Intuition im Management-Alltag

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Analysen haben im Management-Alltag einen hohen Stellenwert. Diese Methode gerät aber – wie rationale Verfahrensweisen überhaupt – früher oder später an ihre Grenzen. Zeitmangel und Komplexität sind dabei nur zwei von mehreren Gründen. Daher ist auch Intuition sehr wichtig. Ich möchte Ihnen zeigen, wie Sie diese wertvolle Ressource in Ihrer Praxis richtig nutzen und weiterentwickeln können. 

Stellen Sie sich vor: Sie haben eine wichtige Entscheidung zu treffen. Und plötzlich, wie aus heiterem Himmel, wissen Sie, wie diese ausfallen soll. Würde man Sie nach den entsprechenden Gründen fragen, würde es Ihnen im ersten Moment schwer fallen, diese zu nennen. Trotzdem sind Sie sicher, dass Sie sich auf Ihr Bauchgefühl verlassen können. Genau das ist Intuition! Anders als beim bewussten Nachdenken, geschieht bei der Intuition vieles unbewusst und blitzschnell. Dabei hat Intuition nichts Magisches sondern entsteht vor allem durch Erfahrungslernen.

Gerd Gigerenzer ist einer der führenden Forscher auf diesem Gebiet. Er hat gezeigt, dass Intuition mit ganz wenigen Informationen aus dem Umfeld – also zum Beispiel aus einer konkreten Management-Situation – auskommt. Intuition reduziert Komplexität also ganz erheblich. Dabei werden einfache Faustregeln angewandt. Eine Regel, die oft zur Anwendung kommt, lautet zum Beispiel: Setze auf Lösungen, die Du schon kennst.

Intuition im Management-Alltag weit verbreitet

Gigerenzer hat verschiedene, voneinander unabhängige empirische Studien ausgewertet. Diese zeigen, dass Manager sowohl aus der Privatwirtschaft als auch aus der öffentlichen Verwaltung zu rund zwei Dritteln intuitiv entscheiden. Je höher diese Führungskräfte in der Hierarchie positioniert sind, desto höher ist der Anteil an Intuition. Interessant ist aber auch, dass drei Viertel aller Befragten angeben, ihre Intuition gegenüber Dritten nicht zur Begründung von Entscheidungen beizuziehen. Die Inszenierung der Entscheidung muss rational sein. Das hat damit zu tun, dass man sich Unternehmen und Verwaltungen landläufig immer noch gerne als durch und durch rationale Organisationen vorstellt.

Dass der Anteil intuitiver Entscheidungen trotzdem so hoch ist, hat unter anderem mit den Grenzen des rationalen Vorgehens zu tun. Oft ist dieses schon nur deshalb eingeschränkt, weil wichtige Ressourcen wie Zeit, Informationen und Knowhow nicht in ausreichendem Mass vorhanden sind. Soll trotzdem eine Entscheidung gefällt werden, kann oder muss Intuition zum Einsatz gelangen. Konkrete Beispiele wären etwa das Skizzieren von Szenarien für die Entwicklung einer Strategie, oder wenn sich für ein bestimmtes Problem mehrere Lösungswege abzeichnen, aber keiner eindeutig überlegen ist.

Intuitive Kompetenzen fördern
Intuitive Kompetenzen fördern (Bitte klicken Sie auf die Tabelle, um diese zu vergrössern.)

Intuitive Kompetenzen fördern (Bitte klicken Sie auf die Tabelle, um diese zu vergrössern.)

(Den in der obigen Tabelle erwähnten Link finden Sie hier.)

Intuition ist im Management-Alltag zwar nicht unfehlbar aber unverzichtbar. In den Management-Ausbildungen, die ich bislang gesehen habe, war die Förderung intuitiver Kompetenzen trotzdem nie ein explizites Ziel. Die Tabelle enthält daher konkrete Tipps, wie Intuition in der Praxis gefördert werden kann.

In meinem nächsten Beitrag möchte ich Ihnen zeigen, wie ich mir ein erfolgreiches Zusammenspiel von Rationalität und Intuition im Management-Alltag vorstelle.

 

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